Unser Sport ist
hat eine lange Geschichte wagemutiger Frauen & Männer.

Von der Inthronisierung des Chinesischen
Kaisers Fo-Kien wird von Arkobaten berichtet, die sich
zur Belustigung mit Fallschirmen von Gerüsten stürzten.
Das war 1306. Wir lernen,
alles was Spaß macht kommt von den Chinesen. Fallschirme
und Schwarzpulver.

Leonardo da Vinci
bekommt 1495 ein Fleißkärtchen
für seine Zeichnung vom IKEA-Fallschirm. Ob es damals einer
mit diesem Gerät versucht hat, ist nicht bekannt. Wer im
IMAX den 'Adrenalin-Rausch'-Film gesehen hat, weiß: Dieser
Schirm funktioniert. Ich habe großes Verständnis dafür,
daß der Testpilot sich dann aber ausgeklinkt hat und mit
einem modernen Schirm gelandet ist. Der Rahmen des Schirm ist
aus Holzbohlen gefertigt.
Als erster wagte es 1617
der Ungar Fauste Veranzio.
Das war der erste dokumentierte Fallschirmsprung. Respekt.
1650: Der französchische
Sonnenkönig Ludwig XIV.
ließ sich von einem Gesandten berichten, welcher den König
von Siam besucht hatte, dass dort zur Belustigung Untertanen mit
„pilzförmigen Stoffschirmen von Bambusspitzen herab
sprangen“ und „sie segelten auf andere Bäume
oder nahe liegende Häuser.“ Der klassische BASE-Jump.
Baron de Gerando schreibt
in seinem Werk 1779, dass
die Erfindung des Heißluftballons der Brüder
Montgolfier eng mit dem Fallschirm-prinzip zusammenhängt.
Der Unterrock der Holden soll sich beim Trocknen über dem
Kamin aufgebläht haben, die Decke entlang geschwebt sein
und hernach zu Boden gegangen. Messerscharf haben die Gebrüder
kombiniert. Wie kann man das allzu schnelle Landen verhindern?
Ganz einfach, man baut den Fallschirm unten zu und hat einen Heißluftballon.
Joseph Montgolfier hat
aber auch echte Fallschirmversuche durchgeführt. Eine Kappe
mit 2,5 Metern Durchmesser, darunter mit zwölf Stricken befestigt
ein Weidekorb. Darin ein Hammel. Vielleicht hatte er grade nichts
kleineres zur Hand. Auf jeden Fall hat es der Hammel überlebt.
Ein echter Pionier tritt schon ein Jahr später auf den Plan:
Jean Pierre Blanchard, ein
Luftschiffer. Er baut sich ein Rettungssystem an seinen Gasballon
ein. Um zahlendes Publikum anzuziehen warf er ab und an seinen
Hund in einem Korb mit Fallschirm ab. Das trug ihm viel Spott
ein, der 'Parachutes' wurde als Rettungsring
der Lüfte verspottet.
Die nächsten Vorreiter waren die Brüder
Garnerin um 1797.
Der eine Physiker, der andere Kontrukteur. Mutig konstruierten
sie einen Fallschirm mit festem Gerüst, ähnlich einem
Regenschirm. Da sie noch keine Öffnung im Schirm hatten,
geriet der Schirm ziemlich heftig ins Pendeln. Diesen Mangel stellte
der eine aber ab und der andere verdiente fortan in ganz Europa
richtig dick Geld mit seinen Absprüngen vom Ballon. Man betrachtete
die Springer damals als Künstler und so kassierte Garnerin
in 2,5 Jahren satte 300000 Mark. Gut, er hatte noch kein Cypres
und keinen Plan-B-Griff. Trotzdem ist Garnerin eines natürlichen
Todes gestorben.
Mit einem 'nur' 30 Kg schweren 14 Meter Schirm stellte eine Frau
Poitevin um 1850
einen Frauenrekord mit einer Absprunghöhe von 2000m auf.
Erst 1931 von der Deutschen Lola Schröter mit 6000m überboten.
Mit den Rundkappenschirmen war der Fallschirm aber noch lange
nicht lenkbar. Dies versuchte ein gewisser Herr
Letur. Das ist auch schon alles, was über ihn bekannt
wurde, da er schon bei seinem ersten Sprung das Zeitliche segnete.
Die Zeitung dazu: 'Wieder ein selbstverschuldeter Tod durch die
Fallschirmspielerei, die mit der wahren Wissenschaft gar nichts
zu tun hat.’
Bis dato waren die Protagonisten des Fallschirmsports
immer ein Gondeln abgesprungen. Das änderte ein Amerikaner
namens Baldwin 1887 –
Er hielt sich einfach ein einem eisernen Ring unterhalb des Schirms
fest (feuchte Hände krieg ich da) und machte damit in Amerika
und Europa Furore.
Es gibt Leute, die machen das immer noch so
1889 interessierte
sich erstmals ernsthaft das Militär für Fallschirme,
weil sie einem Sprung von einem Amerikanischen Aeronautiker Namens
Lerour zusahen. Ab ca.
1916 wurden Fallschirme regelmäßig in Jagdflugzeugen
und Beobachtungsballonen zur Rettung mitgeführt.

Nicht unerwähnt bleiben darf in diesem Zusammenhang
Käthe Paulus. Sie war
ein Idol ihrer Zeit. Sie hat kurz vor dem 20.
Jahrhundert über 100 'Abstürze’ -wie es
damals hieß- gemacht, aus Ballonen. Sie machte sich danach
Gedanken zur Verbesserung von Fallschirmen und meldete mehrere
Patente an. Käthe Paulus war auch die erste, die auf die
Idee kam, den Fallschirm zu verpacken.
Bis dato fanden alle Absprünge aus Ballonen
ab. Das erste Mal aus einem Flugzeug
wagte es Albert Berry, ein Amerikaner.
Der erste Freifall
der Geschichte absolvierte ebenfalls ein Amerikaner – Leslie
Irvin. Und das bei einer Absetzhöhe von nur 500 m.
Danach war die Entwicklung bei den Fallschirmen
nicht mehr aufzuhalten. Zwischen den Weltkriegen wurden neue Höhenrekorde
aufgestellt, erstmals HALO-Sprünge mit Sauerstoff durchgeführt,
manuelle Systeme entwickelt. Das Springen wurde eine relativ sichere
Sache. Interessante Details: Bereits damals mußte man eine
Prüfung vor der Luftpolizei
ablegen. Gesprungen wurde ohne Höhenmesser. Für
den freien Fall nutzte man eine Stoppuhr
um die verbliebene Höhe anhand der vergangenen Zeit seit
dem Absprung abzulesen.

Ein Bild aus der Sado-Szene? Nein,
Höhenspringer

Zum gucken klickst du

Fotosprung vor 70 Jahren
Im zweiten Weltkrieg
wurden Fallschirme dann ein Mittel zur Kriegsführung und
eine taktisch wichtige Waffe. Zunächst waren die Sowjets
auf dem Gebiet führend, die erste große und opferreiche
Luftlandung großer Verbände fand am 20.Mai
1940 mit der Luftlandung auf Kreta
statt. Danach 1944 die Landung der Alliierten an der französischen
Küste.

Das kennt man von Altenstadt. Erster
an der Tür, Absprung verpasst, Arschtritt,
miese Sprunghaltung. Ein Teufelskreis.

Ein richtiger Sport
wurde Fallschirmspringen
erst nach dem II.WK. Erste Clubs wurden gegründet, neue Schirme
entwickelt.

Streber...
Steuerbar wurden die Rundkappen
erst durch das anbringen von Schlitzen,
diese ermögliche den Luftaustritt nach hinten. Eine rudimentäre
Lenkung war damit möglich.
Ein Intermezzo an nicht runden Kappen lieferten 1943 der sogenannte
Kohnke-Fallschirm. Durchgesetzt hat sich dieses Prinzip allerdings
nicht.

Richard Kohnke
gilt als Vater des Deutschen Fallschirmsprungs. Er sprang 1930
aus 7800m ab und erzielte eine Freifallzeit von 142 s.
Kohnke, die alte Hüdde
Er entwickelte das Prinzip der Reißleine
um den Springer vom Flugzeug zu ’trennen’, bevor sich
der Schirm öffnet. Auf ihn geht auch das erste Gurtzeug zurück,
das den Springer nicht 'einschnürt’. Das wurde notwendig,
da jetzt aus Flugzeugen abgesprungen wurde und damit im Gegensatz
zum Ballonsprung schon Geschwindigkeit auf den Springer wirkte.
Damit waren eigentlich alle Probleme gelöst, die einen normalen
Sprung ermöglichen.

Da beschwer sich noch einer über zu kleine
Cessnas
Angesichts der heutigen "Hab-schon-gepackt-bevor-die-Tandems-unten-sind
Springer" war das Packen mal ein ziemlich großer Aufwand.
Ich hatte beim Bund die Ehre mit den T10 Rundkappen. Packen musste
man die nicht selbst, sonst gäbe es diese Site wohl nicht.
Landesfall versaut? Egal, wichtig ist: Die Brille
sitzt
und immer schön in die Kamera blinzeln
Anfang der Siebziger wurden dann endlich
die ersten 'Super-Gleiter’
eingeführt – den Schirm wie wir ihn heute kennen. Die
Matratze hat die Rundkappe schon nach wenigen Jahren komplett
abgelöst. Nur als Reserve wurde die Rundkappe noch eine Weile
eingesetzt Dennoch ist es durchaus möglich, das einer von
den 'Urgesteinen’ sein Springerleben noch auf den Rundkappen
begonnen hat.

Die Öffnung muß die Hölle gewe-
sen sein ohne Slider
Innovationen am Schirm gab und gibt es dennoch.
Komplett durchgesetzt hat sich mittlerweile das Öffnungssystem,
daß den Schirm öffnet, wenn der Springer nicht mehr
dazu in der Lage sein sollte.
Am populärsten ist dabei das System der Firma Cypres. Das
KAP-3, ein russisches Produkt.
Solchen Geräten verdankten heute Dutzende Springer ihr Leben.
Anfang 2000 machten die letzten deutschen Dropzones einen AAD
zur Pflicht.
Eine wahre Inflation neuer Disziplinen gab es in den 90ern. Neben
Relativspringen und Kappenformationen gibt es heute B.A.S.E. (siehe
www.VDO.de), Freestyle, Boardspringen, selbst Ballspiele während
des Freifalls gibt es.
Richtig populär
ist der Fallschirmsport aber nach wie vor nur in den USA –
wohl wegen der Kraftstoffpreise. Richtig teuer wird das Springen
nämlich erst durch das Absetzflugzeug.
|