Guten Sprung nach 2009
Viele gute und sichere Hüpper
im Jahr 2009 wünscht Braunix
springt der Fallschirmspringer:
Aus Spaß an der Freud
Springen ist einer der sinnlosesten
Beschäftigungen die es gibt (neben Curling). Springer wollen
eine gute Zeit mit netten Leuten verbringen. Es soll tatsächlich
aber auch Leute geben, die Springen nur, weil der Freund/Freundin
das gerne so hätten. Springer kommen aus den unterschiedlichsten
Schichten und mit unterschiedlicher Motivation.
Grob unterteilen kann man das
Springervolk aber dennoch:
Du fährst zur Dropzone, gibst
Dein Geld, springst ein paar Mal, packst ein, damit ist der Fall
für Dich erledigt. Du benötigst keine riesige Halle
für Dein Sportgerät, es gibt keine Vereinsmeierei, die
Kosten bestimmst Du. Nach den Kosten für Ausbildung &
Ausrüstungen bist Du ab 1000€/Jahr dabei.
Unser Sport ist hat eine lange
Geschichte wagemutiger Frauen & Männer
Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen,
das Vereine nur dann funktionieren, wenn die Leute mit anpacken.
Eine Mitgliedschaft im Verein hat auch viele Vorteile:
Du wirst Vereinsmitglied, hängst Dich richtig rein, knüpfst
damit schnell Verbindungen zu erfahrenen Springern, zu Riggern
usw. In absehbarer Zeit wirst Du viel besser springen und ingesamt
weniger Geld bezahlen.
Du willst mit dem Springen Geld verdienen? Dann wirst Du Tandemmaster,
Lehrer, Absetzpilot oder Rigger. Was immer Du anstrebst, als Anfangsinvestitionen
kannst Du etwa den Gegenwert eines Mittelklassewagen versenken.
Dazu kommt, das Du praktisch den ganzen Sommer auf Sprungplätzen
verbringst. Wer Frau&Kinder hat, sollte das vorher absprechen
oder sich scheiden lassen (erhebliche Zusatzkosten). Wer ganz
vom Springen lebt, der zieht dem Sommer hinterher durch die ganze
Welt.
Wer also mit dem Springen Geld verdienen will, muß Fallschirmspringen
als Sex betrachten.
Von der Inthronisierung des Chinesischen
Kaisers Fo-Kien wird von Arkobaten berichtet, die sich zur Belustigung
mit Fallschirmen von Gerüsten stürzten. Das war 1306.
Wir lernen, alles was Spaß macht kommt von den Chinesen.
Fallschirme und Schwarzpulver.
Leonardo da Vinci
bekommt 1495 ein Fleißkärtchen für seine Zeichnung
vom IKEA-Fallschirm. Ob es einer mit diesem Gerät versucht
hat, ist nicht bekannt.
Als erster wagte
es 1617 der Ungar Fauste Veranzio. Das war der erste dokumentierte
Fallschirmsprung. Respekt.
1650: Der französchische
Sonnenkönig Ludwig XIV. ließ sich von einem Gesandten
berichten, welcher den König von Siam besucht hatte, das
dort zur Belustigung mit „pilzförmigen Stoffschirmen
von Bambusspitzen herab sprangen“ und „sie segelten
auf andere Bäume oder nahe liegende Häuser.“ Der
klassische BASE-Jump.
Baron de Gerando schreibt in seinem
Werk 1779, das die Erfindung des Heißluftballons der Brüder
Montgolfier eng mit dem Fallschirmprinzip zusammenhängt.
Der Unterrock der Holden soll sich beim trocknen über dem
Kamin aufgebläht haben, die Decke entlang geschwebt sein
und hernach zu Boden gegangen. Messerscharf haben die Gebrüder
kombiniert. Wie kann man das allzu schnelle Landen verhindern?
Ganz einfach, man baut den Fallschirm unten zu und hat einen Heißluftballon.
Joseph Montgolfier hat aber auch
echte Fallschirmversuche durchgeführt. Eine Kappe mit 2,5
Metern Durchmesser, darunter mit zwölf Stricken befestigt
ein Weidekorb. Darin ein Hammel. Vielleicht hatte er grade nichts
kleineres zur Hand. Auf jeden Fall hats der Hammel überlebt.
Ein echter Pionier tritt schon
ein Jahr später auf den Plan: Jean Pierre Blanchard, ein
Luftschiffer. Er baut sich ein Rettungssystem an seinen Gasballon
ein. Um zahlendes Publikum anzuziehen warf er ab und an seinen
Hund in einem Korb mit Fallschirm ab. Das trug ihm viel Spott
ein, der 'Parachutes' wurde als Rettungsring der Lüfte verspottet.
Die nächsten Vorreiter waren
die Brüder Garnerin um 1797. Der eine Physiker, der andere
Mutig konstruierten sie einen Fallschirm mit festem Gerüst,
ähnlich einem Regenschirm. Da sie noch keine Öffnung
im Schirm hatten, geriet der Schirm ziemlich heftig ins Pendeln.
Diesen Mangel stellte der eine aber ab und der andere verdiente
fortan in ganz Europa richtig dick Geld mit seinen Absprüngen
vom Ballon. Man betrachtete die Springer damals als Künstler
und so kassierte Garnerin in 2,5 Jahren satte 300000 Mark. Gut,
er hatte noch kein Cypres und keinen Plan-B-Griff. Trotzdem ist
Garnerin ist eines natürlichen Todes gestorben.
Mit einem 'nur' 30 Kg schweren
14 Meter Schirm stellte eine Frau Poitevin um 1850 einen Frauenrekord
mit einer Absprunghöhe von 2000m auf. Erst 1931 von der Deutschen
Lola Schröter mit 6000m überboten.
Mit den Rundkappenschirmen war
der Fallschirm aber noch lange nicht lenkbar. Dies versuchte ein
gewisser Herr Letur. Das ist auch schon alles, was über ihn
bekannt wurde, da er schon bei seinem ersten Sprung das Zeitliche
segnete. Die Zeitung dazu: 'Wieder ein selbstverschuldeter Tod
durch die Fallschirmspielerei, die mit der wahren Wissenschaft
gar nichts zu tun hat.’
Bis dato waren die
Protagonisten des Fallschirmsports immer ein Gondeln abgesprungen.
Das änderte ein Amerikaner namens Baldwin 1887 – Er
hielt sich einfach ein einem eisernen Ring unterhalb des Schirms
fest (feuchte Hände krieg ich da) und machte damit in Amerika
und Europa Furore.
1889 interessierte
sich erstmals ernsthaft das Militär für Fallschirme,
weil sie einem Sprung von einem Amerikanischen Aeronautiker Namens
Lerour zusahen. Ab ca. 1916 wurden Fallschirme regelmäßig
in Jagdflugzeugen und Beobachtungsballonen zur Rettung mitgeführt.
Nicht unerwähnt
bleiben darf in diesem Zusammenhang Käthe Paulus. Sie war
ein Idol ihrer Zeit, so wie heute Gina Wild. Sie hat kurz vor
dem 20. Jahrhundert über 100 'Abstürze’ -wie es
damals hieß- gemacht. Aus Ballonen. Sie machte sich danach
Gedanken zur Verbesserung von Fallschirmen und meldete mehrere
Patente an.
Danach war die Entwicklung
bei den Fallschirmen nicht mehr aufzuhalten. Zwischen den Weltkriegen
wurden neue Höhenrekorde aufgestellt, erstmals HALO-Sprünge
mit Sauerstoff durchgeführt, manuelle Systeme entwickelt
und das Springen eine relativ sichere Sache. Interessante Details:
Bereits damals mußte man eine Prüfung vor der Luftpolizei
ablegen. Gesprungen wurde ohne Höhenmesser. Für den
freien Fall nutzte man eine Stoppuhr um die verbliebene Höhe
anhand der vergagenen Zeit seit dem Absprung abzulesen.
Im zweiten Weltkrieg
wurden Fallschirme dann ein Mittel zur Kriegsführung und
eine taktisch wichtige Waffe. Zunächst waren die Sowjets
auf dem Gebiet führend, die erste große und opferreiche
Luftlandung großer Verbände fand am 20.Mai 1940 mit
der Luftlandung auf Kreta statt. Danach 1944 die Landung der Alliierten
an der französischen Küste.
Hier die 3 wichtigtsten Grundregeln
auf dem Sprungplatz:
Regel Nr.1
Niemals im Flieger einen lassen! Da der Luftdruck mit steigender
Höhe abnimmt, dehnen sich möglicherweise vorhandene
Gase im Darm aus. Wer glaubt er könnte im lärmenden
& zugigen Flieger unbemerkt abdampfen, der täuscht sich.
Es gibt mit Garantie ein oder zwei Spürnasen an Bord, die
totsicher die Herkunft erkennen. Die verkünden das dann und
ganz fix hast Du viele neue Freunde.
Und mal ehrlich, willst Du im Gestank anderer rumsitzen, ohne
die Möglichkeit dem auszuweichen?
Regel Nr. 2
Nicht zu dick auftragen. Du hast Deinen Tandemsprung gerade hinter
Dir und freust Dich. Auf der Dropzone ist Coolness zwar hoch im
Kurs. Aber nicht die von Ali G. Tu nicht so, als ob Du jetzt das
Springen neu erfunden hast. Wer sich schon davor als großer
Macker aufspielt wird als peinlich empfunden.
Regel Nr. 3
Niemals wegschauen, wenn die Hasen ihren Schirm packen. Es ist
richtig, das sich an der Dropzone überproportional viel Frauen
aufhalten, mit denen es die Natur besonders gut gemeint hat. Und
weil an einem Sprungtag meistens gutes Wetter herrscht, haben
die auch richtig wenig an. In Kombination mit der Handarbeit Fallschirmpacken
ergibt das manchen spektakulären Hingucker. Dabei bitte beachten,
das solche Frauen meistens in männlicher Begleitung unterwegs
sind.
Diese Regel gilt visa versa auch für Springerinnen.
Sicherheit ist beim Fallschirmspringen
groß geschrieben. Für die Schirme gibt es Wartungsintervalle.
Wer sich daran nicht hält, wird vom Springen ausgeschlossen
und sein Sportgerät verliert die Zulassung.
Der hat Experten, die sich ständig mit Neuerungen beschäftigen
und auch Zulassungen erteilen.
Generell kann man sagen das die Fahrt zur Dropzone mehr Risiken
birgt, als der Sprung selber.
Sicherheitseinrichtungen:
Den Reserveschirm gibt es bei allen
Sportfallschirmen. Dieser wird benutzt, wenn der Hauptschirm nicht
öffnet oder defekt ist. Reine Rettungsfallschirme z.B. für
Piloten haben keinen Reserveschirm
Die wichtigste Sicherheitseinrichtung am
Gurtzeug ist sicher der Öffnungsautomat, bei sehr vielen
Schirmen ein Gerät der Firma Cypres.
Diese elektronische
Gerät registriert die Fallrate und die Höhe. Fällt
man mit hoher Geschwindigkeit unter eine bestimmt Höhe (ca.
350m) durchtrennt der Öffnungsautomat die Schlaufe um den
Verschluß des Reserveschirms. Dieser öffnet sich blitzartig
und bewahrt den Springer vor dem Aufschlag.
Manche Springer führen
noch ein speziell konstruiertes Messer zum durchtrennen der Leinen
mit. Das kann nützlich sein, wenn ein Springer versehentlich
den Hauptschirm zusammen mit dem Reserveschirm geöffnet hat.
Gefahren:
Dank der Öffnungsautomaten
verunglücken kaum noch Springer durch Aufschlag auf die Erde.
Dennoch birgt Springen Risiken:
Schirmprobleme: Tödliche
Gefahr droht, wenn ein Springer Hauptschirm und Reserveschirm
zusammen öffnen. Diese können sich verfangen, damit
trägt keiner der beiden Schirme.
Hook Turn. Erfahrene
Springer suchen den Kick und springen mit immer kleiner werdenden
Schirmen. Für die Landung ist deshalb eine 90° oder 180°
Drehung erforderlich um genügend Fahrt aufzunehmen. Wird
die Drehung zu spät angesetzt oder kollabiert der Schirm,
schlägt der Springer mit hoher Geschwindigkeit auf dem Boden
auf. Diese Gefahr droht beim Tandemspringen nicht.
Tips zum Tandemsprung
Informiere dich im Weltnetz unter
bei wo es Dropzones gibt. Wähle am besten einen Platz wo
die Absetzhöhe 4000m beträgt. Viel Vereine haben nur
kleine Absetzflugzeuge für Höhen von 3000 bis 3500m
Höhe. Aber weil du möglichst viel für dein Geld
haben willst, suchst du einen Verein mit 4000m Absetzhöhe.
Kosten
Mit 190€ Minimum bist Du
für den reinen Sprung mit Urkunde dabei. Die Preise steigen
von Jahr zu Jahr. Wenn du noch ein Video vom Sprung haben willst,
kostet das etwa 90€. Dann springt noch jemand extra mit,
der eine Kamera am Helm befestigt hat. Diese Preise sind durchaus
gerechtfertigt. Zum einen kostet die Ausbildung zum Tandemmaster
richtig viel Geld, zum anderen entstehen Zusatzkosten für
den speziellen Schirm und die Versicherung.
Zeitpunkt
Meldet euch zwei Tage vorher telefonisch
an. Dann kann man anhand der Wettervorhersage sagen, wie groß
die Wahrscheinlickeit ist, das an diesem Wochenende auch tatsächlich
Sprungdienst ist. Wer sich an einem heißen Wochenende spontan
entscheidet hat schlechtere Karten. Der kommt gar nicht dran oder
wird im Eiltempo abgefertigt, weil die Tandemmaster natürlich
versuchen werden, an diesem Tag soviel Passagiere wie möglich
in die Luft zu kriegen.
Manche kommerziell ausgerichteten Dropzones haben auch unter der
Woche Sprungbetrieb.
Wenn Du eine solche in deiner Nähe hast, dann buche einen
Sprung unter der Woche. Dein Tandemmaster hat dann alle Zeit der
Welt für Dich.
Kleidung
Vom Tandemmaster bekommst du für
den Sprung einen Anzug gestellt. Die fallen meistens zeimlich
groß aus. Es passen also noch eine Hose und ein T-Shirt
drunter. Auch bei heißem Wetter solltest du noch etwas mit
langen Ärmeln drunterziehen. Bei ca 180km/h in 4000m wirds
trotz heißem Wetter ziemlich zugig.
Schuhe
Die berühmten Springerstiefel,
die ältere Generation hat ihr Paar noch im Schrank ganz hinten.
Für einen Tandemsprung sind sie absolut unnötig. Sie
sind globig, in der engen Maschine stören sie nur. Bequeme
Sportschuhe sind die bessere Wahl.
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